Archiv 2007: Die Say`eti – Teil 4 von 4

Im letzten Teil dieser Reihe aus meinem Archiv erfahren wir ein klein wenig mehr über die Hauptpersonen, und vielleicht bahnt sich hier ja noch eine Liebesgeschichte an, wenn irgendwann eine Fortsetzung kommt.

„Ich bin nur froh, dass nicht Cantare unter den Toten ist. Obwohl es wahrscheinlich in den Händen der Trolle nicht viel besser sein wird.“, sagte Ta’quillus und sah traurig umher. Atra’ritudo sah sich derweilen die große blutende Wunde am linken Oberschenkel des Si’lanu an. Er stöhnte leise, öffnete aber die Augen nicht. Sie holte den Stein wieder aus dem Rucksack heraus und schloss die Augen. Im Kopf wiederholte sie die Worte, die sie schon auf der Lichtung gesagt hatte.
„Xi’a’i’um te Ma’risca moeare Ge’o. A’e Ge’o Re’affre Dispila.“
Auf ein Neues begann der Stein weiß zu leuchten, dann bunt und schließlich wieder weiß. Sie öffnete die Augen, hob ihre freie linke Hand und legte sie dem Si’lanu auf die Stirn. Er stöhnte noch einmal. Dann war er still und Atra’ritudo begann zu summen. Schließlich sagte sie noch die Wörter der Heilung:
„Chi tio’sana Si’lanu.“
Unter ihrer Hand strahlte Licht von der Sorte, welches der Stein verströmte. Plötzlich leuchtete der ganze Körper des Si’lanu auf und als das Licht erlosch, zog Atra’ritudo ihre Hand zurück. Die Wunde am Bein war verschwunden und der Atem des Si’lanu ging wieder normal, als ob er schliefe. Doch die Augen öffnete er nicht.
„Er schläft jetzt. Er braucht Ruhe, aber heute Abend sollte er sich wieder erholt haben.“
Ta`quillus seufzte und legte sein Bündel ab.
„Kommt schlagen wir hier ein Lager auf. Morgen können wir versuchen die Trolle zu verfolgen, aber vorher sollten wir uns einen Plan überlegen. Wenn wir nicht versuchen würden die Trolle einzuholen, würden die Si’lanu von uns behaupten wir würden uns nicht um unsere Verbündeten kümmern, wenn sie uns brauchten. Dass wäre das Schlimmste was uns passieren könnte. Unser Versuch sie einzuholen hat eigentlich so betrachtet, nur einen symbolischen Sinn. Er ist ein Zeichen dafür, dass uns die Si’lanu wichtig sind und wir gemeinsam einen Krieg gegen die Trolle und vielleicht viel schlimmere Wesen führen möchten. Das wird das gespannte Verhältnis vielleicht etwas lockern.“
Die beiden anderen hatten nichts daran auszusetzen, also machten sie sich daran, Holz für ein Feuer zu suchen. Siro’sin blieb bei dem Verletzten und bei dem gefangenen Troll, da keiner wusste welche unerwarteten Kräfte vielleicht in ihm stecken.
„Vielleicht wäre es nicht so schlecht gewesen, wenn wir von meinem Vater doch die Si’lem bekommen hätten, dann könnten die jetzt die Trolle verfolgen, während wir uns um den Verletzten kümmerten.“, sagt Atra’ritudo zu ihrem so viele Jahre älteren Freund. Er lächelte sie an. In solchen Momente war er verblüfft wie gut ihr Name doch zu ihr passte. Bei ihrer Geburt hatte man sie schwarze Schönheit genannt. Einmal weil ihre Augen schwarz leuchteten und weil bei der Prophezeiung, die bei der Geburt jedes La’osu gemacht wurde, festgestellt wurde, dass sie eine der Schönsten La’osi aller Zeiten werden würde. Wie konnte sie auch anders mit einer Mutter, von deren Schönheit so mancher Menschliche sein Leben lang verfolgt wurde. Und dass nur, weil er eines der weniger guten Bilder, die je von Psall’sona gemalt worden waren, gesehen hatte.
Ritu. Vielleicht solltest du dir nicht so viel Sorgen darum machen, was gewesen wäre, wenn… . Jetzt ist es nicht mehr zu ändern. Außerdem….
Ta’quillus zögerte. Sollte er das tatsächlich sagen?
Außerdem was?, fragte Atra’ritudo in Gedanken. Er entschied sich dagegen ihr jetzt zu erzählen was so viele Jahre schon in ihm vorging und dachte stattdessen:
Außerdem sollten wir doch Feuerholz suchen. Komm Ritu machen wir uns auf den Weg.
Mit leicht gerunzelter Stirn sah sie ihn an, als würde sie ihm nicht ganz glauben, doch dann senkte sie ihren Blick zum Boden und suchte ihn mit den Augen nach trockenem Holz und Zweigen ab.
Als sie eine Viertelstunde später wieder am Lager waren, die Arme gefüllt mit Brennholz, kam ihnen Siro’sin entgegen und nahm ihnen etwas von dem Holz ab.
„Kommt schon ihr zwei. Wir müssen jetzt etwas essen. Und danach sollten wir uns um den Schwarztroll kümmern. Diese Schwarztrolle haben doch eine so dicke Haut. Es wird schwierig sein aus ihm herauszubekommen, wo die Anderen hingelaufen sind. Und wo sie die Gefangenen hinbringen.“, sagte Siro’sin und schichtete das Holz zu einem Stapel auf.

Fortsetzung folgt. Irgendwann.

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