Archiv 2007: Die Say`eti – Teil 3 von 4

Im dritten Teil der Geschichte über die Say`eti gibt es schon die ersten Tote. Es wird also noch spannend, wenn ich die Geschichte irgendwann mal weiterschreibe.

Die Sonne fing schon an den Waldboden zu beleuchten. Die Tiere ringsum regten sich und liefen umher. Für sie begann ein neuer Tag. Lange Zeit hörten sie nichts als das Zwitschern der Vögel und das Knacken, wenn die Hasen über heruntergefallene Äste huschten. Atra’ritudo, Siro’sin und Ta’quillus tauschten stille Blicke, doch niemand sagt etwas. Sie warteten.
Dann ganz plötzlich hörten sie einen weit entfernten Schrei. So leise, dass er fast in den Umgebungsgeräuschen unterging. Und Opaka, der riesige Schatten, jaulte und sprang auf. Er hatte etwas gemerkt, was die anderen noch nicht wahrgenommen hatten. Sie kamen schnell auf die Füße und packten ihre Bündel. Während sie über die Lichtung liefen hörten sie langsam auch andere Geräusche. Kampfgeräusche. Leise vor sich hin murmelnd zog Ta’quillus sein Schwert Li’dia, und rannte mit gezückter Waffe schneller. Siro’sin zog seinen Bogen hervor und nahm einen der Pfeile aus dem Köcher, aber Atra’ritudo lief etwas langsamer und zog aus ihrem Bündel einen strahlend weißen Stein. Leise sagte sie ein paar Worte vor sich her, dann fing der Stein an zu leuchten. Plötzlich schien er rot, in der nächsten Sekunde war er schon blau, dann grün, lila, gelb, türkis, golden und noch viel mehr Farben, die gar nicht alle einen Namen hatten. Immer schneller wechselten sich die Farben ab und dann wirkte der Stein wieder weiß. Atra’ritudos Augen leuchteten. Schon lange hatte sie darauf gewartet den Stein einmal zu etwas wirklich wichtigem zu gebrauchen. Nun war der Tag also gekommen. Sie schob den Stein, den Dispila, in ihren Rucksack zurück, hängte ihn sich um und lief so schnell wie der Wind hinter ihren Gefährten hinterher. Opaka war schon in großen Sprüngen davon gerannt. Die drei La’osu liefen hinter dem Tier her. Sie mussten lange laufen und die Geräusche wurden immer lauter. Es ging bergab. Dann blieb Opaka plötzlich stehen. Beinahe wären sie alle in einen Abgrund gefallen. Stolpernd sahen sie nach unten und dort an einem ausgetrocknetem Flussbett waren die Kämpfenden. Mehrere große Gestalten in schweren schwarzen Rüstungen umzingelten eine Gruppe der kleinen Si’lanu, in ihrer Mitte stand Cantare. Sie wehrte sich verbissen mit einem Speer gegen die Großen, doch man sah ihr die Erschöpfung schon an. Auch ihre Kameraden schienen nicht mehr viel Kraft zu haben. Um sie herum lagen zwar schon viele der Geschöpfe tot am Boden, aber sie waren waren mehr als drei Kopf größer, muskelbepackt und sehr aggressiv. Als eine dieser anderen Gestalten kurz verschnaufte und den Kopf hob, sahen Atra’ritudo, Siro’sin und Ta’quillus was sie waren. Trolle. Große Schwarztrolle, wie sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen worden waren. Vor lauter Entsetzten konnten sie sich nicht bewegen. Dann ertönte ein Schrei und einer der Si’lanu ging zu Boden. Doch der Schrei hatte auch sein gutes, denn er holte die drei Gefährten aus ihrer Starre und endlich versuchten sie einen Weg in die Schlucht zu finden. Der Schatten, der winselnd schon zum Sprung nach unten angesetzt hatte, folgt ihnen, als sie keuchend an dem Steilhang entlang liefen. Schon war ein zweiter Si’lanu gefallen. Nachdem sie ungefähr dreihundert Schritt gelaufen waren, wurde der Abhang endlich etwas flacher und sie fingen an hinunter zu steigen. Das Hinuntersteigen dauerte lange, doch als sie endlich unten ankamen hatten sie sich von dem langen kräftezehrenden Lauf durch den Wald erholt. Schnell liefen sie auf die Kämpfenden zu. Noch im Rennen sahen sie, dass sie zu spät kamen. Zwar lebten noch ein halbes Dutzend der Si’lanu, aber die Schwarztrolle hatten sie gefesselt und waren auf dem Weg aus der Schlucht raus. Mit den verschnürten Bündeln auf dem Rücken rannten sie davon. Opaka knurrte wie verrückt und raste hinter ihnen her. Auch Atra’ritudo, Siro’sin und Ta’quillus versuchten sie einzuholen, aber Schwarztrolle sind sehr schnelle Läufer und keiner konnte mit ihnen längere Zeit mithalten. Ta’quillus der das wusste, blieb beim ursprünglichen Kampfplatz stehen und sah nach ob noch einer der Si’lanu lebte, dem geholfen werden konnte. Und tatsächlich, der zweite den er untersuchte, atmete noch. Nur ganz schwach, aber er atmete.
„Atra’ritudo, Siro’sin wartet, dieser hier lebt noch. Die Trolle können wir sowieso nicht einholen. Kümmern wir uns um die hier.“
Die beiden kamen zurück und Atra’ritudo sah sich den Verletzten an. Währendessen ging Siro’sin mit einem Dolch, den er aus seinem Gürtel gezogen hatte von Troll zu Troll und sah nach wer noch lebte. Wenn einer noch lebte, schnitt er ihm kurzerhand die Kehle durch. Doch einen, der eher leicht verletzt war, ließ er am Leben. Er fesselte ihn mit einem Seil, welches er an seinem Gürtel getragen hatte. Dann band er ihn an einen Baum und ging zu Ta’quillus zurück um ihm zu helfen, noch mehr Überlebenden zu finden. Doch sie fanden keinen mehr. Alle anderen waren tot.

Fortsetzung folgt.

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