2014-10-19_00004

Teil 21: Für die Liebe

„Das ist also Euer Plan, Lucan?“, fragte die dunkelhaarige Frau verächtlich. Finja spürte den Blick dieser schönen Frau auf sich. Das musste wohl Camilla sein. Sie sah Finja nicht böse an, ihr Blick war eher fragend, unsicher. Lucan wandte sich ihr zu:
„Ja. Dann braucht Ihr jetzt doch nicht mehr zu gehen, nicht wahr?“ Verärgert zog Camilla die Brauen zusammen. Finja trat einen Schritt auf sie zu und flüsterte, damit Lucan nichts hörte:
„Ich würde gerne mit Euch unter vier Augen sprechen. Geht das?“ Camilla sah sie kurz etwas verwirrt an, dann dachte sie kurz nach und sagte laut:
„Ach wirklich? Nun, ich glaube, Eure neue Helferin hier braucht einen Führer. Sie scheint sich hier noch nicht so gut auszukennen.“
Lucan riss seine Augen auf.
„W… nein … Ich …“, er sah Camilla an, und sah ihre Entschlossenheit, „Ach, bei den Acht, na schön. Aber nur hier im Dorf!“ Camilla lächelte zufrieden und sagte an Finja gewandt:
„Hier entlang.“ Gemeinsam verließen sie den Laden, Lucan sah ihnen etwas misstrauisch hinterher.
Sie gingen nach rechts und gleich wieder rechts, zwischen dem Laden und der Herberge hindurch. Als sie außer Hörweite von allen gelangt waren blieb Camilla stehen, und sah Finja an.
„Was gibt es denn?“
„Es geht um Sven. Er hat mir einen Brief für Euch gegeben.“
„Schon wieder ein Gedicht, da wette ich. Er weiß, wie man ein Mädchen zum Erröten bringt.“, sagte Camilla, nun hatte sie ein leichtes Lächeln auf dem Gesicht.
„Also, eigentlich wollte Sven Euch glauben machen, dieser Brief sei von Faendal.“, sagte Finja schnell.
„Wovon redet Ihr da? Was ist das für ein Brief?“ Mit großen Augen sah sie Finja an. Diese übergab sogleich den Brief. Camilla öffnete ihn, und las ihn durch. Sie wurde bleich.
„Meine Güte. Er … er wollte mir weismachen, dass Faendal das geschrieben hat? Er hat ja keine Ahnung.“, sagte sie mehr zu sich selbst. Und dann an Finja gerichtet:
„Danke, dass Ihr mir die Wahrheit gesagt habt. Wollt Ihr mich zu Faendal begleiten? Sicher will er Euch auch danken, dass Ihr für Ihn eingestanden seid.“ Zusammen gingen sie zurück und dann auf die kleine Insel. Faendal war dort am Holzhacken. Als Finja und Camilla zu ihm traten, sah er auf und ließ die Axt sinken.
„Was ist denn los, Camilla?“, fragte er und sah sie erstaunt an.
„Faendal, mein Liebster, ich glaube wir sollten endlich die Karten auf den Tisch legen. Sven hat gerade versucht uns zu entzweien, durch einen Brief, den diese junge Frau mir geben und sagen sollte, er wäre von Euch.“ Sie reichte ihm den Brief, welchen er las. Auch er wurde etwas blass. Dann seufzte er.
„Es darf niemandem gelingen uns zu entzweien. Vielleicht habt Ihr Recht, eine offene Verbindung wird auch die letzten Zweifel zerstreuen.“ Er trat neben Camilla und legte einen Arm um sie. Dann wandte er sich Finja zu.
„Wir wissen Eure Hilfe zu schätzen. Wir können wir uns nur erkenntlich zeigen?“
„Wisst Ihr, ich bin neu in Himmelsrand und könnte einen Führer gebrauchen, der mir den Weg nach Weißlauf zeigt. Wisst Ihr da jemanden? Das wäre mir Entschädigung genug.“, sagte Finja, nachdem sie kurz nachgedacht hatte. Camilla und Faendal sahen sich lächelnd an, Camilla nickte und Faendal wandte sich wieder Finja zu.
„Da wissen wir in der Tat jemanden. Ich wollte morgen früh sowieso nach Weißlauf aufbrechen um ein paar Einkäufe zu tätigen. Es wäre mir eine Ehre, wenn ich Euch begleiten könnte.“

Fortsetzung folgt…

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