In Flusswald

Teil 17: Flusswald und der ‚Schlafende Riese‘

Als Finja vor der Tür stand, sah sie sich erstmal um. Direkt gegenüber war das ‚Flusswald-Handelskontor‘, der Gemischtwarenladen des Dorfes. Rechts davon stand ein Wohnhaus und links davon, über eine Gasse hinweg, war der ‚Schlafende Riese‘, das Wirtshaus. Doch bevor sie in eines der Häuser ging, wollte sie erstmal die kleine Insel hinter Alvor und Sigrids Haus erkunden. Also ging sie die Straße entlang nach rechts und über die Holzbrücke auf die Insel. Dabei winkte sie Alvor zu, der an seiner Schmiede stand und arbeitete.
Auf der Insel stand ein Säge, die vom Wasser des Flusses angetrieben wurde. An ihr arbeitete ein großer muskulöser Mann, der Baumstämme der Länge nach teilte. Ein Elf schlug aus größeren Holzstücken Feuerholz. Das leise Rauschen des Wassers und der Bäume vermischte sich. Dafür, dass in Himmelsrand Krieg herrschte, war es hier sehr ruhig und idyllisch. Hinter der Sägemühle ging eine Brücke wieder zurück zum Dorf. Finja ging dort entlang und nickte den beiden Arbeitenden nur zu, diese sahen ihr verwirrt hinterher. Besonders viele Fremde schienen hier nicht herzukommen.
Sie kam auf der anderen Seite von Alvors und Sigrids Haus wieder auf die Straße. Direkt beim ’schlafenden Riesen‘. Sie ging die paar Stufen zur Türe empor und ging hinein.
„Orgnar. Orgnar! Hört Ihr zu?“ Finja sah eine blonde Frau im blauen Kleid, die mit dem Wirt sprach. Der Wirt antwortete:
„Es ist schwierig, das nicht zu tun.“ Er sah etwas gequält aus.
„Das Bier wird schlecht. Wir werden Nachschub brauen müssen. Habt Ihr mich gehört?“, fragte die Frau mit Nachdruck.
„Ja. Das Bier wird schlecht.“ Die Frau seufzte:
„Ihr habt offenbar doch keine Kartoffeln in den Ohren. Sorgt nur dafür, dass wir bald Nachschub bekommen.“ Damit drehte sie sich um und ging in einen Nebenraum. Finja näherte sich dem Tresen hinter dem der Wirt stand und sprach ihn an. Zuerst sagte er ablehnend:
„Wir haben Zimmer und Essen. Auch Getränke. Ich koche. Mehr gibt’s nicht zu sagen.“ Doch als Finja ihn mit einem Lächeln nach Gerüchten fragte, die er vielleicht gehört hätte, war er doch bereit noch etwas zu erzählen.
„Man flüstert sich einiges zu. Aventus Aretino, ein Junge aus Windhelm. Er will … die Dunkle Bruderschaft kontaktieren. Und habt Ihr diesen Schrein von Azura gesehen? Es heißt, die Dunkelelfen hätten ihn nach ihrer Flucht aus Morrowind gebaut. Ziemlich beeindruckend. Außerdem läuft hier in Flusswald eine Art Dreiecksgeschichte. Faendal und Sven werben beide um Camilla Valerius’s Gunst.“
Finja dankte ihm und sah sich um. Im ganzen Raum waren Tische mit Bänken verteilt, in der Mitte war ein großes Feuer, über dem gekocht werden konnte und von der Decke hingen tote Kaninchen und Fasane, sowie Kräuter und Gewürze. An der Wand hinter dem Tresen standen viele Fässer herum und auch Regale gefüllt mit allem Möglichen.
An der rechten Wand, an welcher auch die Türe zum Nebenzimmer sich befand, stand ein kleiner Tisch mit einem Kocher darauf, sowie mehreren Kolben und Glasgeräten und auch ein Mörser war dort zu finden. Finja wandte sich zu Orgnar um und fragte:
„Kann ich das Alchemielabor benutzen?“ Dieser antwortete nun wieder gelangweilt:
„Solange Ihr hinter Euch aufräumt. Ihr wisst, wie man es benutzt? Mischt ein paar Zutaten zusammen, probiert davon und wartet ab, was geschieht. Etwas Weizen und Blasenpilz ergeben einen Heiltrank, falls Ihr das nicht gewusst haben solltet. Wir haben auch zahlreiche Zutaten im Angebot.“ Erwartungsvoll sah er sie an.
„Ahm, nein danke, gerade brauche ich noch keine Zutaten.“, sagte Finja schnell.

Fortsetzung folgt…

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *