In Alvors und Sigrids Haus

Teil 15: Oh diese Politik

Hadvar begann zu sprechen:
„Ich weiß nicht wo ich anfangen soll. Ihr wisst, dass ich General Tullius‘ Wache zugeteilt worden war. Wir wurden in Helgen aufgehalten, als wir angegriffen wurden … von einem Drachen.“ Er sah seinen Onkel ernst an, welcher ungläubig zurücksah.
„Ein Drache? Das ist … lächerlich. Ihr seid doch nicht etwa betrunken, Junge?“ Alvor beugte sich vor, wie um nach dem Geruch von Alkohol in der Luft zu schnuppern.

Doch Sigrid legte ihm eine Hand auf die Schulter und sagte:
„Mein Gatte, lasst ihn seine Geschichte erzählen.“ Daraufhin lehnte sich Alvor wieder zurück in seinem Stuhl.
„Viel mehr gibt es nicht zu erzählen. Dieser Drache kam und legte einfach alles in Schutt und Asche. Totales Chaos. Ich weiß nicht, ob es noch jemand lebend hinausgeschafft hat. Alleine hätte ich es bestimmt auch nicht geschafft.“, sagte Hadvar.
„Ihr meint das also tatsächlich ernst mit dem Drachen?“ Er sah von Hadvar zu Finja und beide nickten.
„Ein Drache. Ein Bringer des Endes aller Tage. Ich möchte es eigentlich nicht glauben.“, sagte Alvor etwas erschüttert.
„Es ist aber wahr, und er ist gefährlich. Ich muss nach Einsamkeit zurück und melden, was geschehen ist. Ich dachte, Ihr könntet uns helfen. Verpflegung, Nachschub, eine Unterkunft.“ Hadvar sah seinen Onkel an.
„Natürlich!“, sagte er nickend und wandte sich dann an Finja. „Ein Freund von Hadvar ist auch mein Freund. Ich helfe gerne, so gut ich kann. Aber ich brauche auch Eure Hilfe. Wir brauchen Eure Hilfe. Wenn sich hier ein Drache rumtreibt, muss der Jarl davon erfahren. Flusswald ist völlig schutzlos. Wir müssen Jarl Balgruuf in Weißlauf benachrichtigen. Er soll uns alle verfügbaren Soldaten schicken. Wenn Ihr das für uns tun könnt, wäre ich Euch sehr verbunden.“ Finja dachte nach, Hadvar würde direkt nach Einsamkeit gehen, und wenn sie diese Nachricht überbrachte würde sie vielleicht Menschenleben retten und gleichzeitig etwas von Himmelsrand sehen.
„Ich helfe gerne. Wie komme ich von hier nach Weißlauf?“, sagte sie dann.
„Überquert den Fluss und haltet euch dann nordwärts. Ihr werdet Weißlauf sehen, gleich hinter dem Wasserfall. Es ist eine Stadt auf einem Hügel. Wenn Ihr dort ankommt, geht einfach immer weiter nach oben. Habt ihr den Gipfel erreicht, steht Ihr vor der Drachenfeste, dem Palast des Jarl.“, antwortete Alvor.
„Was könnt Ihr mir über den Jarl erzählen?“, fragte Finja.
„Jarl Balgruuf? Er regiert das Fürstentum Weißlauf. Ein guter Mann, vielleicht etwas zu vorsichtig. Aber wir leben in gefährlichen Zeiten. Bislang ist es ihm gelungen, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Aber dieser Zustand wird nicht lange währen.“ Traurig schüttelte Alvor den Kopf. Das was Finja bisher vom Krieg wusste war, dass Ulfric Sturmmantel, der Jarl von Windhelm, gegen die Kaiserliche Armee kämpfte.
„Welche Seite des Krieges wird er unterstützen?“, fragte sie dann.
„Ich glaube, dass er weder Ulfric noch Elisif sehr schätzt und wer kann es ihm verübeln? Aber zweifellos wird er sich dem Kaiserreich gegenüber als loyal erweisen. Er ist kein Verräter.“, sagte Alvor stolz.
„Wer ist Elisif?“
„Ach, Ihr seid neu in Himmelsrand, oder? Jarl Elisif sollte ich wohl sagen, aber auch nur, weil sie mit Jarl Torryk verheiratet war, als dieser ermordet wurde. Ulfric hat Torryk umgebracht, wisst Ihr. Ist einfach in seinen Palast in Einsamkeit hineinspaziert und hat ihn getötet. Ihn zu Tode gebrüllt, wenn man den Geschichten Glauben schenken soll. Das hat diesen ganzen Krieg entfacht. Das Kaiserreich konnte das nicht ignorieren. Wenn die Jarl anfangen einander zu töten, kehren wir zurück zur Barbarei früherer Tage.“, antwortete Alvor seufzend.

Fortsetzung folgt…

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