Blick auf Flusswald durch den Eingang, an den man von Helgen aus kommt.

Teil 14: Endlich in Flusswald

Sie gingen weiter und nach kurzer Zeit gingen sie um eine Wegbiegung und Flusswald kam in Sicht. Eine überdachte Wachtbrücke verlief über der Straße, aber keine Wachen waren zu sehen. Sie gingen darunter hindurch und nun waren auch Häuser zu sehen, die die Straße säumten. Sie alle waren aus Holz und hatten ein Reetdach.

Zur Linken ging eine hölzerne Brücke über den Fluss auf eine kleine Insel. Hinter der Brücke stand die Schmiede samt Wohnhaus. Auf der rechten Seite standen ein Wohnhaus, dann der Gemischtwarenladen und dahinter das Gasthaus. Zwischen dem Gasthaus und dem Gemischtwarenladen gab es eine Straße die zu zwei weiteren Häusern führte.
Außer ein paar Hühnern war niemand zu sehen. Es war nur das Hämmern auf Stahl und auf Holz zu hören.
„Hier sieht es ja ganz ruhig aus. Kommt.“ Hadvar ging auf die Schmiede zu. Von dort kam das Geräusch von Hammerschlägen auf Stahl. „Da ist mein Onkel. Onkel Alvor, Hallo!“ Hadvar ging auf einen großen Mann zu, der an der Schmiede arbeitete. Er hatte braunes Haar mit grauen Strähnen durchzogen. Sein Gesicht war zerfurcht von der harten Arbeit als Schmied, und von den Jahren, die er schon gesehen hatte. Allerdings war eine Ähnlichkeit mit Hadvar zu erkennen.
Der Mann sah von seiner Arbeit auf, ließ den Hammer sinken und rief:
„Hadvar? Was macht Ihr hier? Seid Ihr etwa beurlaubt… Bei Shors Knochen, was ist denn mit Euch passiert, Junge?“
„Psst… Onkel, bitte. Sprecht leise. Es geht mir gut. Aber wir sollten hineingehen und reden.“ Hadvar deutete auf das Haus.
„Was ist los? Und wer ist das?“ Der Schmied deutete auf Finja.
„Sie ist eine Freundin. Hat sogar mein Leben gerettet. Kommt, ich erkläre alles, aber wir müssen hineingehen.“
„Gut, gut. Kommt herein. Sigrid wird Euch etwas zu Essen bringen, dann könnt Ihr mir alles erzählen.“ Alvor ging voran auf das Haus zu. Dann hörten sie hinter sich eine Stimme, die aufgeregt rief:
„Ein Drache! Ich habe einen Drachen gesehen!“ Eine alte Frau kam ins Dorf gehumpelt auf einen anderen Mann zu. Finja und Hadvar warfen sich einen Blick zu, Alvor hatte nichts gehört. Da antwortete der Mann:
„Was? Was ist denn nun schon wieder, Mutter?“ Bevor sie das Haus hinter Alvor betraten hörten sie noch, wie die Frau aufgeregt verkündete:
„Er war groß wie ein Berg und schwarz wie die Nacht. Er ist über das Hügelgrab geflogen.“ Dann ging die Tür hinter ihnen zu. Alvor rief:
„Sigrid! Wir haben Besuch!“ Eine Antwort kam von irgendwo unter ihnen, dann hörten sie Schritte und eine Frau kam die Treppe aus dem Keller nach oben. Sie blieb erstaunt stehen, als sie ihren Neffen erkannte.
„Hadvar! Wir haben uns solche Sorgen um Euch gemacht! Kommt,“ Sie winkte sie zum Esstisch, „Ihr beiden müsst hungrig sein. Setzt Euch, ich bringe Euch etwas zu essen.“ Mit diesen Worten verschwand sie wieder im Keller. Sie mussten nur kurz warten, dann kam Sigrid mit einem frischen Laib Brot und einem großen Stück Käse wieder nach oben, im Schlepptau ein kleines Mädchen, welches sich schüchtern auf einen Stuhl in der Ecke setzte.
Bei dem Geruch des Essens merke Finja wie viel Hunger sie eigentlich hatte. Das letzte Essen war schon fast einen Tag her. Gierig griffen sie und Hadvar zu, als Alvor sagte:
„Also, Junge. Was ist Euer Geheimnis? Was macht Ihr hier und wieso seht Ihr aus, als ob Ihr einen Streit mit einem Höhlenbären verloren hättet?“

Fortsetzung folgt…

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