Was willst du werden? Dieb, Magier oder Krieger?

Teil 13: Die Wächtersteine

Sie gingen weiter, und der Weg machte eine scharfe Linkskurve. Sie gingen geradewegs auf drei große aufrecht stehende Steine zu.
„Dies sind die Wächtersteine, drei der 13 uralten Findlinge, die überall in Himmelsrand zu finden sind. Na los, seht sie euch an.“ Hadvar deutete auf die drei Steine. Finja trat näher heran. Die Steine standen in einem Kreis angeordnet, auf jedem war das Bild eines Mannes eingemeißelt.

Auf dem ersten war ein Mann im Kapuzenumhang zu sehen, der einen Dolch und einen Beutel mit Gold bei sich trug.
„Das ist der Diebesstein.“, sagte Hadvar.
Auf dem nächsten war ein Mann in einem langen Umhang mit langem Bart und einem Stab in der Hand zu sehen.
„Das ist der Magierstein.“

Der letzte zeigte einen Mann der eine Rüstung trug und eine Streitaxt und ein Schild in Händen hatte.
„Das ist der Kriegerstein. Man sagt, dass die Berührung einer dieser Steine, einem hilft seine Fähigkeiten zu verbessern. Welchen würdest du wählen?“
Finja sah sich jeden Stein nochmal an, dann dachte sie daran, welche Fähigkeiten sie auf einer Reise durch Himmelsrand wohl brauchen würde. Sie hatte nicht vor jemanden zu beklauen, und auch mit Magie hatte sie nicht viel am Hut.
Sie legte ihre Hand auf den Kriegerstein und unter ihrer Berührung wurde er warm. Dann entsprang ein Lichtstrahl an der Spitze des Steines und reckte sich senkrecht in den Himmel. Finja sprang erschrocken zurück. Sowas hatte sie noch nie erlebt!
„Eine Kriegerin, gut. In dem Moment da ich Euch sah, war mir klar, dass Ihr nicht auf den Wagen gehörtet.“ Sie machten sich wieder auf den Weg. Dann fing Hadvar wieder an zu sprechen.
„Hört zu, wenn Ihr mich fragt habt Ihr Eure Begnadigung bereits verdient. Aber bis wir uns das von General Tullius bestätigen lassen können, geht anderen Kaiserlichen Soldaten besser aus dem Weg und vermeidet Komplikationen, in Ordnung?“ Finja nickte, auf Komplikationen hatte sie sowieso keine Lust. Es ging immer noch abwärts, aber nun an einem Fluss entlang, während auf der anderen Seite des Weges eine Felswand zwei Meter nach oben ragte, auf deren Absatz Büsche und Gras zu wachsen schienen.
„Ich bin froh, dass Ihr Euch entschlossen habt, mit mir zu kommen. Wir sind schon fast in Flusswald.“ Während Hadvar noch sprach hörte Finja plötzlich ein Geräusch, dass er wohl nicht hörte. Ein leises Trommeln von Pfoten auf dem Boden. Sie kamen immer näher. Finja drehte sich zur Felswand um, auf der ein schwarzer Schatten auftauchte, welcher dann mit einem Affenzahn darüber hinwegsetzte und Hadvar offenbar anspringen wollte. Sie riss ihr Schwert aus der Scheide und traf den Schatten im Flug, bevor er Hadvar erreichte. Ein Jaulen ertönte und der leblose Körper eines Wolfes landete auf dem erschreckten Hadvar und stürzte mit ihm zusammen zu Boden. Da lag er nun, vollkommen überrascht, mit einem toten Wolf in den Armen und über und über mit Blut bespritzt.
„Das war knapp. Warum habt Ihr ihn nicht gehört?“, fragte Finja.
„Ich weiß nicht. Ich war mit den Gedanken schon in Flusswald. Es ist lange her, dass ich von einem Wolf angegriffen wurde. Danke, Ihr habt mir das Leben gerettet!“, mit diesen Worten schob Hadvar den Wolf von sich herunter und stand auf.

Fortsetzung folgt…

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