Aus den Höhlen von Helgen entlkommen.

Teil 12: Licht!

„Das sieht wie der Ausgang aus! Ich fing schon an zu zweifeln, ob wir es jemals schaffen würden.“ Das Licht was herein schien war so hell, dass beide die Augen zukneifen mussten, als sie sich dem Ausgang näherten. Dann waren sie draußen und standen endlich an der frischen Luft. Sie brauchten ein paar Minuten, bis sich ihre Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten. Finja atmete erleichtert auf, endlich waren sie aus der Höhle entkommen.

Nun sah sie das erste Mal seit vielen Jahren Himmelsrand im Tageslicht. Schnee lag überall um sie herum. Der Himmel war größtenteils bewölkt. Kiefern standen überall wo sie hingucken konnte. Direkt vor ihr, aber viele Meilen entfernt lag ein See eingebettet in einen Wald. Dahinter erhoben sich Berge, welche auch zur linken Seite hin reichten. Rechts von ihr stand noch ein großer Berg. Ein Gebilde war auf ihm zu erkennen, das aus hohen eckigen Bögen bestand. Finja sah sich immer noch um, als ein Brüllen über ihnen ertönte, und Hadvar sie am Arm packte und in die Deckung eines Felsens zog. Sie sah nach oben.
Der riesige schwarze Drache flog über sie hinweg und flog weiter, über das Gebilde auf dem Berg hinweg und verschwand. Hadvar sah ihm misstrauisch nach und sagte dann zu ihr:
„Es sieht aus, als wäre er diesmal endgültig fort. Aber wir sollten lieber nicht abwarten, ob er zurückkommt. Am nächsten liegt Flusswald. Mein Onkel ist der Schmied dort. Er wird uns sicher helfen.“
„Okay, lasst uns gehen.“ Finja erhob sich und ging ein Stück den Pfad entlang, der hier begann. Hadvar sah sie an, und konnte ein Grinsen nicht unterdrücken.
„So leicht seid Ihr in der Tat nicht unterzukriegen was? Selbst ein Himmel voll Drachen lässt euch nicht in Deckung bleiben.“ Er erhob sich um ihr zu folgen. „Hört zu,“ , sagte er, als sie beide nebeneinander her gingen, „Ihr solltet nach Einsamkeit gehen und Euch dort der Kaiserlichen Armee anschließen. Jemanden wie Euch könnten wir wirklich gut gebrauchen. Und wenn die Rebellen einen Drachen haben, ist General Tullius der Einzige, der sie aufhalten kann.“ Finja verkniff sich, ihn darauf hinzuweisen, dass General Tullius sie eben auch nicht vor dem Drachen hatte beschützen können. Dann lächelte sie zurück.
„Danke, für das Angebot. Erstmal muss ich mich hier wieder zurechtfinden. Und ich möchte herumreisen, jeden Winkel von Himmelsrand kennenlernen.“ Je weiter sie vom Berg herunterkamen, desto weniger Schnee lag hier. Sie liefen den Pfad entlang, rechts und links neben ihnen wuchsen Kiefern, Farne, Blumen und jede Menge Gras. Dann stieß ihr Pfad auf einen Weg, der breit genug war, um einen Wagen darauf fahren zu können. Er war unregelmäßig mit Steinen gepflastert. Dann kamen sie an eine Weggabelung, an der ein Schild stand. Links ging es nach Falkenring, zurück nach Helgen, und rechts nach Flusswald. Sie gingen nach rechts, es ging weiter bergab. Von hier konnte man das Gebilde auf dem Berg besser sehen. Nun waren auch riesige Steinpfeiler zu sehen, die die Bögen in der Mitte stützten. Es sah so aus, als würden auf den Bögen überdimensional große Adler sitzen. Es war jetzt auch erkennbar, dass einige der Bögen und Pfeiler offenbar eingestürzt waren. Hadvar bemerkte ihren Blick.
„Ah, Ihr habt die Ruine bemerkt. Das ist das Ödsturzhügelgrab. Als ich klein war, habe ich von dem Anblick immer Albträume bekommen. Draugr, die nachts den Berg hinunterschleichen und durch mein Fenster klettern wollen, solche Sachen. Ich gebe zu, ich traue den Dingen immer noch nicht ganz.“

Fortsetzung folgt…

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