Teil 10: Gegen Pfeil und Bogen

Hadvar flüsterte ihr zu:
„Um die Bogenschützen zu erledigen müssen wir in Deckung bleiben, soviel wir können. Sonst passiert uns das gleiche wie dem Folterknecht. Lasst uns die Treppe hier runter gehen und drüben wieder hoch. Und dann müssen wir schnell sein.“

Er lugte hinter der Säule hervor und rannte dann los. Finja folgte ihm, die Treppe hinunter, immer im Schutz der Säulen bleibend, während die beiden Übriggebliebenen Pfeile auf sie abschossen, die aber nicht trafen. Sie rannten die andere Treppe hoch, und das letzte Stück mussten sie dann ungeschützt zurücklegen. Diesmal traf ein Pfeil Hadvar, der vor ihr rannte, aber er prallte einfach an seiner Stahlrüstung ab. Dann waren sie bei den Bogenschützen, die nun schnell ihre Dolche zogen. Da die Reichweite mit dem Schwert aber um einiges größer ist, waren sie nicht in der Lage Schaden anzurichten. Sie wichen immer weiter zurück, ein paar Stufen hinauf, die Finja bisher noch nicht gesehen hatte, und in einen Gang hinein. Dort war dann aber Ende. Eine Bretterwand blockierte den weiteren Weg. Da sie nicht weiter zurückweichen konnten, war es sehr schnell für sie vorbei.
„Das scheint eine Sackgasse zu sein. Was machen wir nun?“, fragte Finja verzweifelt. Langsam sehnte sie sich nach Tageslicht und nach dem Ende der Kämpfe.
Doch Hadvar grinste.
„Oh, wir werden hier gleich rauskommen. Diese Sturmmäntel waren wohl nicht lange genug bei der Armee, bevor sie uns verraten haben, um ein paar unserer geheimen Tricks kennenzulernen.“ Damit ging er auf die Bretterwand zu, griff oben an die Decke in die Dunkelheit und zog. Die Bretterwand kippte nach hinten weg und nun stellte sich auch heraus, dass es gar keine Bretterwand war, sondern eine Brücke. Jetzt kam auch Licht von vorne, und Finja sah oben an der Decke einen Hebel. Da musste auch sie lachen.
Sie überquerten also die Brücke, die nur 3 Meter lang war und kamen an das Ende des Ganges, an dem ein paar Stufen in einen Tunnel führten. Kaum waren sie in dem Tunnel hörten sie von über sich das Kreischen des Drachen. Sie warfen sich beide auf den Boden, als daraufhin die Decke in dem Gang einstürzte, in dem sie gerade gewesen waren. Kleine Kiesel rollten bis zu ihnen, und die Luft war voller Staub. Sie husteten.
„Verdammter Drache. Da entlang geht es nicht mehr zurück. Wir hatten noch Glück, dass das nicht über uns zusammengebrochen ist.“, Hadvar stieß einen tiefen Seufzer aus. „Wir gehen besser weiter.“ Sie standen wieder auf. Es ging steil hinunter bis an einen unterirdischen Flusslauf. Diesem Flusslauf folgten sie. Als schließlich die Tunneldecke über dem Fluss so weit hinuntersank, dass sie beide auch krabbelnd nicht weiterkamen, ging nach rechts ein weiterer Gang ab. Hier lagen zwei Skelette und wieder ein Geldbeutel, den sie einsammelten.
Um eine Kurve geschwungen, ging es nach unten. Eine weitere Höhle tat sich vor ihnen auf. Hier war alles voll mit Spinnenweben. Es hingen sogar Bündel von der Decke, komplett in Spinnenweben umwickelt. Manche so groß, dass ein Mensch hineingepasst hätte.
Und als hätten sie nicht schon genug durchgemacht, kamen Spinnen auf sie zu, sobald sie die ersten paar vorsichtigen Schritte in die Höhle gewagt hatten. Und die Spinnen hatten die Größe von Schäferhunden.

Fortsetzung folgt…

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