Teil 8: In der Folterkammer

Sie gingen durch die Tür. Dahinter lag ein Gang, der langsam nach unten abfiel. Nach ein paar Metern ging es um eine Biegung und noch weiter abwärts. Kampfgeräusche waren zu hören. Sie zogen erneut ihre Schwerter. Unten, am Ende des Ganges, lag eine weitere Kammer. Käfige hingen von der Decke und größere Käfige standen auf dem Boden herum. Der Gestank von Verwesung lag in der Luft. Hadvar stöhnte.

„Die Folterkammer. Ihr Götter, ich wünschte, die würden wir nicht brauchen…“
Zwei Sturmmäntel kämpften mit dem Folterer und seinem Knecht. Die Sturmmäntel mit solcher Wut auf den Gesichtern und mit solchem Hass mit dem sie ihre Schwerter schwangen, dass Folterer und Knecht immer weiter zurückweichen mussten. Sie eilten den in die Enge Getriebenen zur Hilfe. Nun zu viert gegen zwei, hatten die Sturmmäntel keine Chance mehr. Schnell war der Kampf vorbei.
„Ihr seid gerade rechtzeitig gekommen. Diese Jungen schienen ein wenig aufgebracht über die Art und Weise zu sein, wie ich ihre Kameraden unterhalten habe.“, sagte der Folterer. Er war schon ziemlich alt, hatte einen fiesen Zug um den Mund und kaum noch Zähne. Finja mochte ihn sofort nicht.
„Wisst ihr den nicht, was vor sich geht? Ein Drache greift Helgen an!“, Hadvar sah ihn auch nicht gerade begeistert an.
„Ein Drache? Bitte, kommt nicht mit solch einem Unsinn. Obwohl, wenn ich darüber nachdenke, habe ich von dort drüben seltsame Geräusche gehört.“, der Folterer deutete hinter sie.
„Kommt mit uns! Wir müssen hier raus.“, sagte Hadvar eindringlich.
„Ihr habt mir nichts zu sagen, Bürschchen.“, der Folterer wandte sich ab, und ging zu den auf dem Boden stehenden Käfigen. Doch Hadvar wollte nicht locker lassen.
„Habt ihr mich nicht gehört? Ich sagte, die Festung wird angegriffen!“ Doch der Folterer ignorierte ihn. Sein Knecht sagte:
„Vergesst den alten Mann. Ich begleite euch.“ Hadvar zuckte mit den Achseln und wandte sich dem nächsten Gang zu. Finja war froh hier wegzukommen. Nur ein kurzer Blick durch den Raum hatte ihr genügt. An einer Wand hing ein Skelett, und ein paar der Käfige waren belegt, auch wenn niemand hier mehr lebte. Dann stutzte Hadvar. Er hatte die Käfige wohl doch noch genauer betrachtet.
„Da sind noch ein paar Tränke, die sollten wir mitnehmen.“ Er ging auf den Käfig zu und rüttelte an der Tür.
„Macht euch damit keine Mühe. Ich habe den Schlüssel schon vor Ewigkeiten verloren. Der arme Kerl schrie wochenlang.“, der Folterer kam näher. Er grinste.
Hadvar warf ihm einen angeekelten Blick zu. Dann winkte er Finja heran.
„Könnt ihr Schlösser knacken?“ Sie schüttelte den Kopf. „Dann werde ich es euch jetzt einmal zeigen.“ Er zog seinen eigenen Tornister vom Rücken, wühlte kurz darin und holte einen Dietrich hervor. Der Folterer hatte sich wieder abgewandt. Dann zeigte Hadvar ihr kurz, wie sie den Dietrich zu halten habe. Es dauerte zwar ein paar Minuten, aber dann hatte sie das Schloss geöffnet. Hadvar holte schnell die Tränke raus und reichte sie Finja. Keiner von ihnen wollte länger bei der Leiche bleiben.
Sobald das erledigt war machten sie sich zusammen mit dem Folterknecht auf den Weg aus der Folterkammer.

Fortsetzung folgt…

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