Teil 7: Erste Narben

Ein dünnes Rinnsal Blut sickerte ihren rechten Arm herunter. Hadvar beugte sich über sie.
„Sieht nicht sehr schlimm aus, aber wir sollten es trotzdem behandeln.“, er befühlte ihren Arm ob weiterer Verletzungen, konnte jedoch keine finden. Dann half er ihr in eine bequemere Sitz-Position. „Bleibt kurz hier. Das scheint ein alter Lagerraum zu sein. Ich werde sehen ob hier ein paar Zaubertränke zu finden sind. Die könnten wir gut gebrauchen. Und wenn nicht, finden wir vielleicht ein bisschen Stoff, um die Wunde zu verbinden.“, mit diesen Worten stand er auf, und begann die Kisten und Säcke zu durchwühlen.

Mit zitternden Händen betastete Finja nun selber ihren Arm. Die Wunde war nicht tief, zum Glück war sie über den Stein gestolpert, sonst hätte das ihr Ende sein können. Langsam begann auch ihr Kopf zu schmerzen, nach dem Schlag, den sie in Ulfrics Zelt abbekommen hatte. Sie war so erschöpft, dass ihr fast die Augen zufielen. Wie hatte es nur zu all dem kommen können. Vielleicht hätte sie niemals die Reise in die Heimat antreten sollen, aber für den Rest des Lebens herumwandern, war auch nicht gerade eine Traumvorstellung.
„Ich habe einen gefunden!“ Hadvar kam mit einem kleinen roten Fläschchen auf sie zu. „Hier, trinkt das. Dann wird es euch besser gehen.“
Finja nahm die Flasche mit der linken Hand etwas ungeschickt entgegen. Doch ihre Hände schmerzten immer noch so schlimm, dass sie den Verschluss einfach nicht aufbekam. Hadvar nahm ihr die Flasche wieder aus der Hand, öffnete sie für sie und gab sie ihr dann zurück.
„Ganz austrinken.“, fügte er hinzu. Sobald der erste Tropfen ihre Lippen berührte fühlte sie sich schon besser. Zwei Schlucke und das Fläschchen war leer. Finja schloss die Augen, ein warmes Kribbeln lief durch ihren ganzen Körper, es war ein sehr angenehmes Gefühl. Dann sammelte es sich an den am meisten schmerzenden Stellen, Handgelenke, Schnittwunde und  am Kopf. Nach ein paar Sekunden war es vorbei, und Finja öffnete verwundert die Augen. Sie sah auf ihren Arm hinunter, er schmerzte nicht mehr, und die Wunde hatte sich geschlossen. Es war nur noch eine Narbe zurückgeblieben. Auch war die Erschöpfung etwas weniger geworden. Dankbar sah sie zu Hadvar auf, sogar ein Lächeln auf den Lippen. Er lächelte zurück.
„Lasst uns gemeinsam die letzten Kisten durchforsten. Wir können noch mehr von den Heiltränken benötigen.“ Er half ihr aufzustehen, und Finja sah sich das erste Mal um. Sie standen tatsächlich in einem großen Raum, der um eine Ecke herum noch weiter ging. Regale standen an den Wänden, gefüllt mit allem möglichen, Kisten und Fässer waren aufeinander gestapelt. Kräuter hingen von der Decke, und auch geräucherte Kaninchen.  Es gab einen großen Kamin, neben dem ein Tisch mit Stühlen stand. Sie fing an die Kisten und Fässer zu durchsuchen, es gab weitere rote Heiltränke und auch ein grünes Fläschchen konnte sie finden. In einem Regal ganz oben stand dann sogar ein Tornister, den sie natürlich mitnahm. Sie würde etwas brauchen, um die ganzen Dinge zu transportieren. Und ein bisschen Essen wäre auch nicht schlecht mitzunehmen. Als sie im vorderen Teil alles durchsucht hatten, ging es im hinteren Teil weiter. Dort standen noch mehr Regale rum und auch ein paar Säcke waren zu sehen, außerdem stand dort ein weiterer Tisch. Am Ende des Raumes war eine geschlossene Tür.
Bald hatten sie alles durchsucht. Hadvar wandte sich ihr zu.
„Kommt, wir müssen weiter, wenn wir hier nochmal raus kommen wollen.“

Fortsetzung folgt…

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