Teil 5: Flucht in die Kerker

„General Tullius sollte eigentlich hier sein. Wir müssen versuchen durch die Kerker vor dem Biest zu entkommen.“, Hadvar sah sich besorgt um. Als sein Blick wieder auf Finja fiel, fiel ihm auch endlich auf, dass sie immer noch gefesselt war. „Oh, lasst mich diese Fesseln für euch lösen.“ Er zog einen kurzen Dolch hervor und befreite sie endlich. Finjas Hände fühlten sich an wie abgestorben. Vorsichtig bewegte sie ihre Finger, sie kribbelten und fühlten sich an, als würden tausende Nadeln hinein gestochen.

„Danke. Ihr habt mir das Leben gerettet! Wie soll ich das je wieder gut machen.“, Finja sah verlegen zu Hadvar auf. Doch der schüttelte den Kopf.
„Wir haben es noch nicht hinter uns, Mädchen. Erst mal müssen wir einen sicheren Weg nach draußen finden. Guckt mal hier in den Truhen, ob ihr verwertbare Ausrüstung finden könnt.“ Finja sah sich zum ersten Mal im Raum um. Es gab ein paar Schränke und Truhe, soweit sie das im Halbdunkel erkennen konnte. Auf einer kleinen Erhöhung  stand ein Tisch mit 4 Stühlen. Spinnweben hingen von der Decke herunter. Langsam ging sie auf eine der Truhen zu. Der Deckel knarzte, als sie ihn anhob. Darinnen kamen mehrere Lederhemden und Lederhosen, sowie ein Schwert zum Vorschein. Sie sah an sich herunter, ihre Reisekleidung hing nur noch in Lumpen. An den Ärmeln war sie leicht angesengt. So konnte sie tatsächlich nicht länger herumlaufen, und wie es aussah brauchte man in diesem Land, ihrer Heimat, eine Rüstung um nicht zu viel Schaden zu nehmen. Sie seufzte. Hadvar stand auf der anderen Seite des Raumes, ebenfalls über eine Truhe gebeugt. Er warf einen Blick über die Schulter:
„Wenn du was gefunden hast, dann zieh es besser sofort an. Ich bleibe auch mit dem Rücken zu dir stehen.“ Finja tat wie ihr geheißen. Sie suchte nach Stücken, die ihr vielleicht passen könnten. Tatsächlich fand sie ein Oberteil, welches klein genug aussah und auch eine Hose, die passen könnte. Rasch zog sie ihre alte Kleidung aus. Sie fröstelte, es war nicht gerade warm in diesem Raum. Auf der anderen Seite brannte gerade ein Feuer in seinem Kamin herunter, aber bis hierher reichte die Wärme nicht. Ihre Untergewänder sahen auch nicht mehr besonders gut aus, aber dafür hatte sie gerade keinen Ersatz. Schnell schlüpfte sie in die Lederkleidung. Sie war sehr kalt auf der Haut. Das Oberteil saß sehr gut, während die Hose etwas zu groß war. Sie riss ihre alte Kleidung in Streifen, die konnte sie noch als Gürtel verwenden. In einer anderen Truhe entdeckte sie noch ein paar Stiefel in ihrer Größe und einen Helm, der zwar etwas zu groß war, aber sie jedenfalls schon mal schützen würde.
„Okay. Ich glaube mehr gibt es hier nicht für mich.“, Finja ging auf Hadvar zu.
„Gut, dann lass uns weitergehen.“, er ging auf einen dunklen Gang zu, und sie folgte ihm. Es ging ein paar Mal um die Ecke, dann hörten sie Stimmen.
„Habt ihr das gehört? Sturmmäntel. Vielleicht lassen sie mit sich reden.“, Hadvar bedeutete ihr leise zu gehen, und sie schlichen näher heran. Hadvar ging durch eine Tür, da fingen die drei Sturmmäntel, die in dem Raum dahinter standen, an zu schreien und zogen ihre Schwerter. „Moment. Wir wollen nur…“ Doch weiter kam Hadvar nicht. Die Sturmmäntel hörten gar nicht zu und stürmten auf sie los. Schnell  zogen auch sie beide ihre Schwerter, um sich zu verteidigen.

Fortsetzung folgt.

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