Teil 2: Zur falschen Zeit am falschen Ort

So begann sie also zu erzählen. Wie ihre Eltern als sie sieben Jahre alt war mit ihr Himmelsrand verließen und auf Reisen gingen, wie sie ein paar Jahre in Hammerfell und Cyrodiil verbracht hatte. Wie dann vor einem Jahr ihre Eltern beim Angriff eines Berglöwen in Cyrodiil ums Leben kamen, und sie nur um Haaresbreite entkommen konnte. Seit damals war langsam der Wunsch gekommen ihre Heimat Himmelsrand wiederzusehen. Auch wenn sie kaum Erinnerungen daran und keine lebenden Verwandten mehr hatte. So hatte sie sich auf den Weg gemacht die Jerall-Berge zu überwinden. Viele Male hatte sie sich ihrer Haut erwehren müssen, aber letztendlich hatte sie es ohne große Probleme bis nach Himmelsrand geschafft.

„Und hier bin ich nun.“, schloss Finja ihre lange Geschichte. Inzwischen war der Mond aufgegangen und die Soldaten hatten ein paar Laternen hineingebracht. Auch ihr Führer hatte gebannt gelauscht.
„Ich denke, dass diese Abenteuer dich dazu berechtigen die Nacht sicher hier im Lager zu verbringen. Morgen ziehen wir weiter, und dann kannst du auch deiner Wege gehen. Vielleicht führen sie dich nach Windhelm, wo du dich unserer Rebellion anschließen könntest.“ Ulfric sah sie ernst an.
„Rebellion? Was hat es damit auf sich? Was ist hier passiert?“
Plötzlich war lautes Gebrüll von draußen zu hören. Alle sprangen auf und hatten kaum Zeit ihre Schwerter zu ziehen, da wurde das Zelt auch schon gestürmt. Soldaten in der Rüstung des Kaiserreichs mit roten Abzeichen schwärmten um sie herum. Es waren sehr viele. Finja war als würde sie träumen. Was ging hier vor? In ihrer Verwirrung hatte sie nicht einmal versucht ihr Schwert zu ziehen.
„Ulfric Sturmmantel? Ihr seid im Namen des Kaiserreichs verhaftet!“ sprach eine Stimme und Finja spürte einen schweren Schlag auf den Kopf, bevor ihr schwarz vor Augen wurde.
Hin und her wankend erwachte sie schließlich. Es war schon hell, sie fuhren auf einem Weg durch bewaldete Hügel. Ihre Handgelenkte schmerzten, sie waren mit einem Strick gebunden. Erschreckt sah sie sich um. Sie saß mit drei Männern in einer Kutsche. Eine weiter fuhr vor ihnen, und überall waren Reiter, die wohl als Wachen dienten. Einer von ihren Mitfahrern war Ulfric. Er starrte vor sich hin und hatte einen Knebel im Mund. Der zweite Mann, war ihr Führer vom Abend davor. Mittleidig sah er sie an.
„Bist du auch wieder wach? Vielleicht hättest du die Grenze ein anderes Mal überqueren sollen. Auch diesen Pferdedieb haben sie erwischt.“
„Hätten sie nicht nach euch gesucht, hätte ich das Pferd stehlen können und wäre schon auf halben Weg nach Hammerfell!“, erwiderte der Dieb unglücklich, „Ihr da. Ihr und ich, “ er sah Finja an, „wir sollten nicht hier sein. Es sind diese Sturmmäntel hinter denen das Kaiserreich her ist. Und was stimmt mit dem nicht, hm?“ Er stieß Ulfric mit dem Fuß an.
„Passt auf was ihr sagt. Ihr sprecht mit Ulfric Sturmmantel, dem wahren Großkönig.“
„Ulfric? Der Jarl von Windhelm? Ihr seid der Anführer der Rebellion. Aber wenn sie ihn gefangen haben… Bei den Göttern, wohin bringen sie uns?“ Plötzlich stand Panik ins Gesicht des Diebs geschrieben und seine Stimme zitterte.
„Ich weiß nicht wohin wir gehen werden, aber Sovngarde erwartet uns. Aus welchem Dorf stammt ihr Pferdedieb? Die letzten Gedanken eines Nords sollten seinem Zuhause gelten.“, der Rebell schaute auf seine Füße.
„Rorikstatt. Ich komme … Ich komme aus Rorikstatt“, kam die Antwort gepresst. Finja war vor Angst wie gelähmt. Was bedeutete das Gerede über Sovngarde, über die letzten Gedanken? Sie würden doch jetzt nicht getötet werden?

Fortsetzung folgt.

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