Teil 3: Zum Tode verurteilt

Langsam fuhren sie in einen Ort ein.
„Helgen. Ich habe mal für ein Mädchen von hier geschwärmt.“, der Rebell lächelte bei dieser Erinnerung. „Komisch, als ich noch klein war habe ich mich hinter den Mauern und Türmen der Kaiserlichen so sicher gefühlt.“
Dann hielten die Kutschen auf einem Platz an. Mit Entsetzen konnte Finja einen Scharfrichter sehen, der mit ein paar Soldaten auf sie wartete. Langsam stiegen sie aus den Kutschen. Einer nach dem Anderen wurde von einem Soldaten mit Zettel in der Hand aufgerufen.

„Ralof von Flusswald.“ Ohne ein Anzeichen von Angst ging ihr Führer an den ihm zugewiesen Platz.
Dann kam der Pferdedieb an die Reihe. Er versucht erneut zu erklären, dass er kein Rebell war, aber der Hauptmann der Kaiserlichen wollten nichts davon hören. Panisch rannte der Pferdedieb los, den Weg zurück. Er kam nicht weit, da wurde er von einem Pfeil durchbohrt. Finja zuckte zusammen.
Der Kaiserliche Soldat wandte sich ihr zu.
„Und wer seid ihr?“ Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Sie brachte kein Wort hervor. Der Hauptmann fuhr sie an:
„Red endlich, Mädchen!“ Zitternd nannte Finja ihren Namen. Kaum mehr als ein Flüstern brachte sie zustande.
„Was sollen wir tun, Hauptmann? Sie steht nicht auf der Liste.“, der Soldat sah sich fragend um. Finja schaute auf, Hoffnung im Blick. Diese wurde gleich wieder zunichte gemacht, als der Hauptmann sagte:
„Vergesst die Liste. Sie geht zum Block!“ Betäubt stand sie da. So hatte sie es sich nicht vorgestellt. Endlich die Heimat wiederzusehen, und dann direkt zum Tode verurteilt zu werden? Der Kaiserliche führte sie zu den anderen. Dort stand sie nun mit Verrätern, mit Dieben und Rebellen und sollte hingerichtet werden. Sie hatte doch nichts getan! Tränen rannen ihre Wangen hinunter.
Ein Mann trat vor. Bretone dem Aussehen nach.
„Ulfric Sturmmantel. Manche hier in Helgen nennen euch einen Helden. Aber ein Held setzt nicht eine Macht wie die Stimme ein, um seinen König zu ermorden und sich auf dessen Thron zu setzen.“
Ulfric versuchte durch seinen Knebel eine Antwort zu geben. Aber kein verständliches Wort kam heraus. Der Bretone fuhr fort:
„Ihr habt diesen Krieg angefangen, Himmelsrand ins Chaos gestürzt und nun wird das Kaiserreich euch richten und den Frieden wiederherstellen.“ Plötzlich war ein merkwürdiges Brüllen zu hören. Ganz entfernt, trotzdem laut und irgendwie nicht menschlich. Einige sahen auf. Verwirrt.
„Was war das?“, fragte ein Soldat.
„Nichts. Macht weiter.“, erwiderte der Bretone barsch. Der erste der Rebellen wurde zum Block geführt. Als eine Priesterin von Arkay ihm den letzten Segen geben wollte, fuhr er sie an:
„Um Talos Willen schweigt, und bringen wir die Sache hinter uns. Ich habe nicht den ganzen Morgen Zeit.“ Der Sturmmantel-Soldat legte sich auf den Block. Als der Scharfrichter die Axt hob schloss Finja in letzter Sekunde die Augen. Sie wusste auch so was geschehen würde. Wumms. Eine Rebellin fing an die Kaiserlichen zu beschimpfen. Beeindruckt und traurig sagte Ralof:
„Im Tode so furchtlos, wie er im Leben war.“ Dann wurde Finja von hinten gepackt und vorwärts geschoben. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten. Sie wurde auf den Block gestoßen. Als sie nochmal die Augen öffnete war das letzte was sie wohl jemals sehen würde, wie der Scharfrichter die Axt hob.

Fortsetzung folgt.

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