Teil 1: Wie alles begann..

Ein leichter Wind blies Schnee in ihr Gesicht. Langsam näherte sie sich der Bergkuppe. Nur noch ein paar Schritte und sie würde ihre Heimat das erste Mal seit Jahren wiedersehen. Ihre Stiefel knirschten auf der dichten Schneeschicht. Finja seufzte, sie würde die warmen südlichen Länder vermissen. Aber es war an der Zeit ihr Heimatland besser kennenzulernen.

Kaum das sie die Kuppe erreicht hatte, wurde sie von einem Windstoß fast umgeworfen. Das letzte Sonnenlicht schien ihr ins Gesicht, als sie einen ersten Blick über Himmelsrand werfen konnte. Weit entfernt im Landesinneren war sogar ein grüner Schimmer zu sehen. Dort lag um diese Jahreszeit wohl kein Schnee. Der Wind zog an ihren Kleidern. Rasch begann sie mit dem Abstieg. Es würde nicht mehr lange hell sein, und bevor es ganz dunkel war musste sie einen geeigneten Lagerplatz finden. Hier, mitten auf dem Pass, würde das schwierig werden mit einer windgeschützten Stelle. Die Sonne war schon fast ganz untergegangen, als sie endlich soweit vom Pass hinuntergelangt war, dass wieder einige Bäume standen. Auf der Suche nach einem einigermaßen flachen Lagerplatz lief sie zwischen die Bäume.
Wumm. Ein lautes Geräusch erschreckte sie. Wumm. Jemand schien in der Nähe Holz zu hacken. Vorsichtig stahl sie sich weiter vor, um zu sehen was vor sich ging. Hinter einem Busch versteckt blieb sie stehen. Zwei Männer in leichter Rüstung mit blauen Abzeichen zerkleinerten Reste von einem umgefallenen Baum.
Sollte sie sich ihnen zeigen? Nicht alleine in der Wildnis zu nächtigen war eine nette Abwechslung. Und wenn sie Soldaten waren, dann wussten sie auch wie man sich verteidigt. Auch wenn Finja mit einem Wolf alleine klarzukommen gelernt hatte, war es doch immer angenehm, nicht mit der Angst einschlafen zu müssen, dass man vielleicht im Schlaf überrascht wurde. Und vielleicht kannten sie ja eine Herberge in der Nähe.
Langsam kam sie aus ihrem Versteck.
„Hallo. Kann ich euch beim Tragen helfen?“
Erschrocken sahen die beiden Männer auf, ließen ihre Äxte fallen und legten die Hände auf die Schwertgriffe. Finja hob beide Hände, damit die Männer sehen konnten, dass sie keine Waffen trug.
„Wer bist du, und wo kommst du her?“, fragte der ihr näher Stehende.
„Ich bin Finja Oesten, ich kam gerade über die Grenze, und habe mich gefragt, ob ihr einen Ort wisst, an dem man sicher lagern kann.“
Die Hände immer noch an den Schwertgriffen warfen sich die Männer einen misstrauischen Blick zu, dann zuckte der zweite mit den Achseln.
„Gefährlich schaut die nicht aus! Los, bringen wir sie zu Ulfric, er soll entscheiden, was wir mit ihr machen.“, mit diesen Worte winkte er sie hinter sich her. Langsam folgte sie dem Mann, während der zweite hinter ihr herlief.
Nach ein paar Minuten Fußmarsch kamen sie an ein Lager. Ein paar Zelte waren dort im Kreis aufgestellt. In der Mitte war ein Lagerfeuer errichtet worden, welches munter vor sich hin prasselte.
Die Soldaten, die im Lager ihre Aufgaben erledigten, sahen sie neugierig an. Sie hielten auf den Eingang des größten Zeltes zu. Davor stand eine Wache. Mit dieser wechselte ihr Führer ein paar geflüsterte Worte, dann trat er ein und winkte ihr, ihm zu folgen.
Im Zelt saß ein großer Mann mit braunen Haaren auf einem Stuhl. Er trug einen dicken Pelz und las in einem Buch. Er sah auf, als sie eintraten.
„Mein Jarl, diese Frau haben wir beim Holzhacken entdeckt. Sie sagt sie wäre gerade über die Grenze gekommen.“
Lange ließ er den Blick auf ihr ruhen, und Finja traute sich nicht, etwas zu sagen. Er strahlte eine Befehlsgewalt aus, die sie noch nie gespürt hatte. Nach ein paar Minuten, die ihr wie eine Ewigkeit vorkamen, sagte er endlich etwas.
„Nun mein Kind, erzähl mir deine Geschichte.“

Fortsetzung folgt.

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