Teil 4: Eine überraschende Wendung

Ein lauter Knall ertönte, Männer fingen an zu schreien, Mauerblöcke flogen um Finja herum und der Scharfrichter ließ seine Axt nach hinten fallen. Auf dem Wachturm hinter ihm war ein großes Geflügeltes Wesen gelandet.
„Ein Drache.“, Erstaunen war aus der Stimme des Soldaten zu hören. Finja wollte sich gerade aufrappeln, was mit immer noch gefesselten Händen nicht einfach war, als der Drache einen Schrei ausstieß, der mit seiner Druckwelle alle ein paar Schritte zurückwarf.

„Hey, Stammesschwester. Hoch mit Euch! Kommt schon, die Götter werden uns keine zweite Chance gewähren.“, der Soldat, der sie eben nach ihrem Namen gefragt hatte, stand geduckt mit dem Schwert in der Hand da und winkte ihr mit ihm zu kommen. „Hier entlang.“
Finja rappelte sich auf und lief, mit den gefesselten Armen über dem Kopf, hinter ihm her. Alle Häuser in der Nähe standen in Flammen, von einigen waren nicht einmal mehr die Wände stehen geblieben. Der Drache hatte mit der Druckwelle seines Schreies viele einstürzen lassen. Viele Soldaten hatten ihre Bögen hervorgeholt und schossen nicht sehr erfolgreich Pfeile in die Luft. Der Soldat, der sie führte lief zwischen den Häusern entlang und versuchte den Gesteinsbrocken und brennenden Balken auszuweichen. Plötzlich blieb er stehen.
„Haming, hier rüber! Haming, Ihr müsst hierher kommen. Los!“ Ein kleiner Junge von ca. 9 Jahren kam panisch auf sie zu gerannt, die Arme ebenfalls schützend über dem Kopf.
„Tapfer, Junge. Das macht ihr sehr gut.“, rief ihr Beschützer dem Jungen zu als er bei ihnen zum Stehen kam. Als der Drache plötzlich nicht weit entfernt landete, wurden sie sie von dem Soldaten hinter eine Hütte geschoben. Da fing der Drache auch schon wieder an, alles in seinem Umfeld, in Flammen zu setzen. Ein älterer Mann kam auf sie zu gestürzt. Ihm rief ihr Beschützer zu:
„Gunnar, kümmert euch um den Jungen. Ich muss General Tullius suchen und mich der Verteidigung anschließen.“
„Die Götter mögen euch leiten, Hadvar.“, antwortete er. Er schnappte sich den Jungen und zusammen rannten sie davon. Finja stürzte Hadvar nach, als dieser sich wieder auf den Weg machte. Als sie an der Dorfmauer vorbei rannten, rief er ihr zu:
„Bleibt nahe bei der Wand!“ Doch das war kein besonders guter Vorschlag. In diesem Moment landete der Drache auf der Dorfmauer und seine krallenbewährten Schwingen verfehlten sie beide nur sehr knapp. Zum Glück bemerkte der Drache sie nicht, er setzte weitere Häuser in Brand und war dann schon wieder in der Luft.
„Schnell, folgt mir.“, Hadvar rannte weiter und Finja mit immer noch gefesselten Händen hinterher. Sie liefen an einer Gruppe Soldaten vorbei. Einer von ihnen lag mit starken Verbrennungen wimmernd auf dem Boden, die anderen schossen immer noch Pfeile auf den Drachen ab. Fast alle Häuser schienen zerstört zu sein. Überall waren Flammen. Dann liefen sie auf ein Steingebäude mit zwei Türen zu. Es sah unberührt aus. Von links kamen noch mehr Gestalten auf dieses Gebäude zu gerannt.
„Ralof! Verdammter Verräter! Aus dem Weg!“, Hadvar war außer sich.
„Wir fliehen, Hadvar. Diesmal haltet Ihr uns nicht auf.“, antwortete Ralof, beide hatten ihre Schwerter gezückt und standen sich mit ein paar Metern Abstand gegenüber.
„Schön. Ich hoffe, der Drache bringt euch alle nach Sovngarde.“ Damit wandte Hadvar sich einer der Türen zu, während Ralof zur anderen lief. „Kommt schon, Gefangene. Wir müssen hinein.“ Finja rannt auf ihn zu. Er öffnete die Tür und hielt sie für sie auf. Sobald sich die Tür hinter ihnen geschlossen hatte, war es erstaunlich ruhig. Kein Kampflärm drang bis nach hier drinnen.

Fortsetzung folgt.

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